Glossar
Wichtige Begriffe der Bauphysik
Fachbegriffe im Überblick
In diesem Glossar finden Sie kompakte Erläuterungen zu zentralen Begriffen rund um Energieeffizienz, Gebäudeplanung, gesetzliche Anforderungen sowie Fördermöglichkeiten im Bereich Neubau und Bestand.
GEG-Konformität
Für Gebäude, welche dem GEG unterliegen, gelten im Neubau und Bestand bestimmte Anforderungen bezüglich der Gebäudehülle und der Anlagentechnik. Für die Einhaltung dieses Gesetzes ist der Bauherr oder der Eigentümer verantwortlich. So ergibt sich laut die Gebäudeenergiegesetz 2024 (GEG) für Gebäude seit dem 01.01.2025 ab einer ab einer Anlagenleistung von 290 kW (Heizen, Kühlen und Lüften) die Anforderung an den Gebäudeautomatisierungsgrad B erfüllen. Betrachtet werden hierbei die Bereiche Heizen, Kälte, Lüftung und Beleuchtung. Je nach Gegebenheit ergibt sich ein Handlungsbedarf.
Energieausweis
Ein Energieausweis ist ein Dokument, das Informationen über die Energieeffizienz eines Gebäudes liefert. Es gibt zwei Arten von Energieausweisen. Energieausweise werden etwa für den Verkauf eines Gebäudes benötigt.
- Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre für Wohngebäude ab 1978 (Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt). Die ermittelten Werte sind Verhaltensabhängig von BewohnerInnen.
- Bedarfsausweis basiert auf einer technischen Analyse des Gebäudes für alle Neubauten, Nichtwohngebäude im Bestand und Wohngebäude vor Baujahr 1978. Die ermittelten Kennzahlen sind verhaltensunabhängig von den BewohnerInnen.
Gebäudethermografie
Durch die Gebäude Thermographie können bei geringen Außentemperaturen Wärmeverluste an Gebäudeteilen sichtbar gemacht werden und Schwachstellen identifiziert werden. Mit einer Thermographiekamera wird Infrarotstrahlung gemessen und ein farbiges Bild erstellt. Warme Bereiche werden in Gelb oder Rot gekennzeichnet. Kalte Bereiche in Grün oder Blau.
Geförderte Energieberatungen
Durch eine Energieberatung kann ein maßgeschneidertes Konzept für das untersuchte Gebäude erstellt werden. Es werden Maßnahmen für eine Schrittweise oder eine komplette Sanierung entwickelt. Die Maßnahmen betreffen die Gebäudehülle und die Anlagentechnik. Dabei werden die Kosten eingeschätzt und mit der potentiellen Energieeinsparung verglichen, um die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Maßnahme einzuordnen zu können. Zudem werden Fördermöglichkeiten aufgezeigt.
Heizlastberechnung
Eine Heizlast ist eine technische Berechnung mit der bestimmt werden kann, wie viel Heizleistung ein Gebäude oder ein Raum bei Normaußentemperatur zur Aufrechterhaltung einer bestimmten Raumtemperatur benötigt. Die Normaußentemperatur liegt je nach Region in Deutschland typischerweise zwischen -13 bis -10°C.Durch eine Heizlastberechnung können die Heizung und die Heizkörper optimal dimensioniert werden, um Kosten zu sparen und die Energieeffizienz zu steigern.
VALERI
Die VALERI nach der DIN 17643 ist ein einheitliches Verfahren um energetische Maßnahmen wirtschaftlich einzuordnen zu können. So können Entscheidungen vereinfacht werden, da Investitionen transparent bezüglich Einsparpotential und Amortisationszeit bewertet werden.
Luftdichtheit
Ein Gebäude verliert Wärme vor allem durch Transmission (Wärmeabstrahlung z.B. an Wänden und Fenstern) und durch den Luftwechsel. Ist dieser Luftwechsel unkontrolliert wie es bei Undichtigkeiten in der Gebäudehülle vorkommt, können hohe vermeidbare Wärmeverluste entstehen. Bei einem zu geringen Luftwechsel jedoch kann es zur Anstauung von Feuchtigkeit und somit zur Schimmelbildung kommen. Daher ist bei einem Gebäude und jeden einzelnen Raum auf den richtigen Luftwechsel zu achten. Dieser kann zum Beispiel durch Fensterpfalzöffnungen oder Lüftungsanlagen sichergestellt werden.
Sommerlicher Wärmeschutz
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt nicht nur nach der Einhaltung des winterlichen Wärmeschutzes, um hohe Heizverluste zu vermeiden, sondern auch die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes. Dadurch werden hohe und damit unangenehme Temperaturen in einem Gebäude vermieden. Geeignete Maßnahmen sind beispielweise eine Sonnenschutzverglasung, Beschattungsmaßnahmen wie Raffstoreelemente oder eine passive Kühlung. Nachgewiesen kann der Sommerliche Wärmeschutz durch ein statisches Verfahren oder per Simulation nach DIN 4108-2.
Wärmebrücken
Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäudehülle, durch die höheren Wärmeverluste entstehen. Es gibt folgende Arten von Wärmebrücken:
- Geometrische Wärmebrücken: Diese entstehen an Gebäudeecken, kanten oder Anschlüssen wie Balkone
- Konstruktive Wärmebrücken: Durch Materialwechsel oder Bauteildurchdringungen wie bei Stahlträgern in Außenwänden
- Materialbedingte Wärmebrücken: Aufeinandertreffen von Materialien mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit
Ziel eines Wärmebrückenkonzeptes sollte ein möglichst geringer Einfluss der Wärmebrücken auf die Wärmeverluste zu haben. Dies kann zum Beispiel durch eine Unterbrechungsfrei Dämmebene oder thermisch getrennte Konstruktionen bei Balkonen sichergestellt werden.
Feuchteschutz
Der Feuchteschutz umfasst alle Maßnahmen zur Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden am Gebäude. Dazu gehört der Schutz vor Regen, Grundwasser, Kondensation und Luftfeuchtigkeit. So kann es etwa zu Feuchtigkeitsausfall in den Fensterlaibungen durch zu geringe Oberflächentemperaturen kommen. Durch diesen Feuchtigkeitsausfall kann es zu Schimmelbildung kommen. Der Feuchteschutz wirkt sich zudem erheblich auf das Raumklima aus, da kalte Oberflächen zur Unbehaglichkeit führen kann. Kalte Oberflächen können durch eine ausreichende Dämmung vermieden werden.
Klimafreundlicher Neubau
Ein klimafreundlicher Neubau ist ein Gebäude, welches einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck während des gesamten Lebenszyklus verursacht. Dies gilt sowohl für den Bau als auch den Betrieb. Deswegen werden besonders energieeffiziente und zugleich nachhaltige Materialien verwendet. Zu den nachhaltigen Materialien zählen Holz aus zertifiziert nachhaltigem Anbau, Recycling-Beton und Naturdämmstoffe wie Holzfasern. Beim Betrieb dieser Gebäude wird komplett auf fossile Brennstoffe verzichtet. Es werden erneuerbare Energien intensiv in Form von Photovoltaik und Wärmepumpen eingesetzt. Ein Klimafreundlicher Neubau kann in Form von vergünstigten Krediten und Zuschüssen durch die KfW gefördert werden.
Staatliche Förderprogramme
In Deutschlang gibt es zahlreiche Förderprogramme für energetische Maßnahmen. Besonders relevant sind:
- Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
So könne etwa ein Fenstertausch oder eine Dämmung der Außenwände durch das BAFA gefördert werden, wenn bestimmte Anforderungen an den Ablauf und den Qualitätsstandard der Maßnahme erfüllt sind. So zum Beispiel bei einem Fenstertausch der förderfähige U-Wert erreicht werden. Die Antragstellung erfordert zudem die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten.
- BAFA-Förderung
Durch das BAFA können Energieberatungen für Wohn- und Nichtwohngebäude gefördert werden.
- KfW-Förderung
Die KfW fördert das Heizen mit erneuerbaren Energien. So können Wärmepumpen und Biomasseheizungen oder Solarthermieanlagen gefördert werden. Zudem besteht die Möglichkeit Kredite und Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren zu bekommen.
- Regionale und kommunale Förderungen
Es können eventuell zusätzliche Förderungen in den jeweiligen Bundesländern oder der jeweiligen kommune z.B. für Photovoltaik beantragt werden.
